Fernverkehr: Und wieder streikt die Deutsche Bahn: Mit welchen Alternativen Sie jetzt zum Ziel kommen

Die Lokführer der Deutschen Bahn sind erneut zum Streik aufgerufen. Das versetzt etliche Pendler schon jetzt in Unruhe. Wie komme ich trotzdem an mein Ziel? Wir haben da ein paar Ideen. 

Es ist kein einfacher Jahresbeginn für Pendler. Wer auf die Deutsche Bahn angewiesen ist, der muss sich in den kommenden Tagen wieder auf Chaos an den Bahnhöfen und überfüllte Züge einstellen, sofern diese überhaupt fahren. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat erneut zum Warnstreik aufgerufen – diesmal für stolze sechs Tage. Von Mittwochnacht bis Montagabend wird es es einmal mehr deutlich leerer auf Deutschlands Bahnschienen. 

Obwohl es auch diesmal wieder einen Notfallfahrplan geben wird, stehen etliche Zugreisende vor der Frage: Wie komme ich zuverlässig von A nach B? Wer sich nicht auf die Deutsche Bahn verlassen möchte – und das Risiko ausschließen möchte, dass die ausgewählte Verbindung dem Streik zum Opfer fällt –  kann auf Alternativen umsteigen. Welche es gibt, zeigen wir Ihnen im Überblick. 

Ideenzug  8:45

Bahnstreik: Die Alternativen zur Deutschen Bahn

Regionalzug
Nicht alle Züge auf Deutschlands Schienen gehören auch zur Deutschen Bahn. Allein in Deutschland gibt es rund 300 Bahnunternehmen, die Personen befördern. Viele von ihnen sind für den innerstädtischen Nahverkehr zuständig. Einige verkehren aber auch zwischen verschiedenen Städten und verbinden so Metropolen. Im Norden fährt zum Beispiel der Metronom zwischen Göttingen in Niedersachsen und Hamburg über Hannover mehrmals täglich, in Nordhessen heißt der entsprechende Anbieter Cantus. Die Nordwestbahn ist in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen unterwegs. Allerdings verbinden die meisten Regionalzüge nur Städte miteinander, die innerhalb von wenigen Stunden erreichbar sind – und das deutlich langsamer, als es ein Intercity Express der Deutschen Bahn schafft. Der Vorteil ist allerdings, dass diese Züge meist mit dem Deutschlandticket abgedeckt sind. 

Ausländisches Bahnunternehmen
Im Fernverkehr ist der Konzern beinahe Monopolist in Deutschland. Wer in den nächsten Tagen eine Fernreise mit dem Zug plant, höchstens auf einen Nachtzug der Österreichischen Bundesbahn umsteigen (diese fahren mehrmals die Woche zum Beispiel von Hamburg aus über Städte wie Hannover und Nürnberg nach Wien). Ähnliche Angebote gibt es auch von tschechischen Bahnunternehmen. Hier lohnt es sich allerdings, schnell zu sein – denn diese Verbindungen werden gerne als Alternative genutzt. 

Fernbus
Wenn die Deutsche Bahn streikt, freuen sich die Fernbusanbieter – denn sobald die Bahn als Transportmittel ausfällt, steigen die Buchungszahlen bei Flixbus und Co. rasant an. Das bedeutet allerdings auch, dass man schnell sein sollte, wenn man auf den Bus umsteigen möchte, um sein Ziel zu erreichen. Denn parallel zu den Buchungszahlen steigen auch die Preise an, denn die Plätze sind begrenzt. Grundsätzlich sollte man bei der Reise mit dem Fernbus etwas mehr Zeit einplanen und sich Verpflegung mit an Bord holen, vor allem bei Fernreisen, die gerne mal 10 Stunden und mehr dauern – zum Beispiel von Hamburg nach München

GDL-Lokführerstreik Das wollen die Tarifparteien120.5

Taxi
Wenn der Zug ausfällt und die Fahrgäste keine andere Möglichkeit haben, ihr Ziel am gleichen Tag noch zu erreichen (etwa mit dem Regionalverkehr oder einem Bus), dann können sie auch ein Taxi nehmen und sich das Geld im Nachhinein von der Deutschen Bahn erstatten lassen. Hier kommt es aber auch auf die Fahrtstrecke an, denn es gibt nur ein gewisses Kontingent für Taxifahrten, das sich nach der Länge der verbleibenden Fahrtstrecke richtet. Der auf der Webseite ausgewiesene Höchstbetrag liegt bei 120 Euro für eine Taxifahrt. Es sollte also eher eine Notfalllösung bleiben, wenn man am Ende nicht auf den Mehrkosten sitzen bleiben möchte.

Mitfahrgelegenheit
Bleiben wir beim Autofahren. Es gibt auch die Möglichkeit, sich eine Mitfahrgelegenheit zu suchen, die einen einsammelt und in der Nähe des Reisezieles absetzt. Das ist oftmals die günstigste Alternative zur Deutschen Bahn, allerdings gehört auch etwas Glück dazu, denn die Angebote auf Plattformen wie BlaBlaCar und Co. sind begrenzt – und gerade in Zeiten von Warnstreiks schnell vergriffen. Hier lohnt es sich also auch, schnell zu sein. Und natürlich nur dann einzusteigen, wenn man sich mit dem Fahrer auch sicher fühlt. 

Auto
Wenn gestreikt wird, dann sind die Autobahnen voll, die Staugefahr steigt. Das ist auch kein Wunder, denn wer ein eigenes Auto in der Garage stehen hat, der setzt sich im Zweifel hinters Steuer, um zur Arbeit zu kommen. Hier gilt es, etwas mehr Geduld als sonst mitzubringen und mehr Zeit für den Arbeitsweg einzuplanen – denn in der Regel ist man mit der Idee nicht allein und teilt sich den Berufsverkehr mit vielen anderen Autofahrern. 

Flugzeug
Zu guter Letzt ist es natürlich auch möglich, statt in die Bahn in den Flieger zu steigen. Vor allem weitere Strecken, etwa von Hamburg nach München oder von Köln nach Dresden, kann man mit dem Flugzeug schnell und unkompliziert absolvieren. Trotz des problematischen Klimabilanz von Inlandsflügen greifen viele Deutsche darauf zurück, wenn die umweltfreundlichere Bahn-Alternative aufgrund eines Streiks verwehrt bleibt. Günstig ist das Ganze allerdings nicht immer, auch hier lohnt es sich, Anbieter zu vergleichen und sich frühzeitig um einen Platz im Flieger zu kümmern.