Extremwetter: „Chaotisch“ und „problematisch“: Eis legt Verkehr auf vielen Autobahnen lahm

Hunderte Menschen steckten stundenlang in Staus fest: Schnee und glatte Straßen haben zu erheblichen Behinderungen geführt. Betroffen waren vor allem Autobahnen mit ungeraden Nummern.

Starke Schneefälle und Glatteis haben auf Autobahnen für ein Verkehrschaos gesorgt und Autofahrer in Hessen und Rheinland-Pfalz in Kilometer langen Staus stranden lassen. Auf der Autobahn 61 bei Koblenz in Rheinland-Pfalz ging nach Angaben der Polizei auf einer Strecke von 50 Kilometer gar nichts mehr, in Osthessen bei Bad Hersfeld und Fulda hielten schon in der Nacht entstandene Staus am Donnerstag teils weiter an.

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Polizei: Lage „sehr problematisch“

In Hessen etwa behinderten am Vormittag auf mehreren Autobahnen querstehende Fahrzeuge den Verkehr. Meist waren aber nur einzelne Fahrstreifen gesperrt, so dass der Verkehr zumindest langsam rollte.

Noch am Morgen bezeichnete ein Polizeisprecher die Lage als „sehr problematisch“. Auf allen Autobahnen habe es kilometerlange Staus gegeben. Bereits am Mittwochabend ging nichts mehr: Mehrere Lkw blockierten auf vereisten Straßen die Fahrstreifen. Auf Bildern war zu sehen, wie Lastwagen auf verschneiten Fahrbahnen standen. Zu sehen war auch, wie Helfer auf Quads im Stau unterwegs waren, um den festsitzenden Menschen in den Fahrzeugen zu helfen.

Stau in NRW über 20 Kilometer

Im Süden Nordrhein-Westfalens war am Morgen ebenfalls Geduld gefragt. Auf der A3 staute sich der Verkehr von Lohmar bis Bad Honnef über 20 Kilometer. „Aufgrund von feststehenden Lkws können zwar Pkws teilweise passieren, aber es ist eigentlich immer noch – ich sag’s mal vorsichtig – ein bisschen chaotisch“, sagte ein Polizeisprecher zur Situation auf der A3. Auf der A4 staute sich der Verkehr zwischen Düren und Aachen-Laurensberg in beide Richtungen über 20 Kilometer.

Bei der Deutschen Bahn lief der Zugverkehr laut einer Sprecherin ohne größere Störungen an. ICE-Züge zwischen Stuttgart und Paris fielen jedoch wegen der Witterungsbedingungen in Frankreich am Donnerstag aus. Auch Flugreisende brauchten mitunter Geduld. Am Frankfurter Airport wurden Hunderte Flüge annulliert. Mehr als 300 von etwa 1000 Flügen seien gestrichen worden, sagte eine Fraport-Sprecherin. Der Flughafen in München kehrte zum Normalbetrieb zurück.

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Einige Schulen blieben geschlossen – zum Beispiel im Landkreis Göttingen im Süden Niedersachsens. Der Kreis begründete die Entscheidung damit, dass eine reguläre Schulbeförderung nicht möglich sei. An den Schulen sollte allerdings eine Notbetreuung eingerichtet werden. Auch in Hessen im Landkreis Gießen und im Vogelsbergkreis bestand keine Präsenzpflicht. Der Werra-Meißner-Kreis etwa empfahl Schulen den Distanzunterricht.

Ab Sonntag soll es milder werden

Das winterliche Wetter sorgte aber auch für weiße Schneelandschaften, etwa im Erzgebirge und Harz. Hier und dort zeigte sich schon die Sonne. Diesen Freitag und Samstag soll sie zumindest in einigen Teilen Deutschlands scheinen. In nördlichen Regionen kann es aber noch schneien. Ab Sonntag erwarten die Meteorologen dann einen Wetterumschwung – es soll milder und stürmisch werden.