Wintereinbruch: Unwetter und Glätte in Deutschland – Karten zeigen, wo es besonders heikel wird

Das Wetter bringt diese Woche Extreme: Für Mittwoch gab es Unwetterwarnungen, in einigen Regionen war es extrem glatt. Und in anderen Landesteilen wurde kräftiger Schnee erwartet. Live-Karten geben einen Überblick.

Das winterliche Wetter hat am Mittwoch in einigen Regionen Chaos verursacht. Schon seit Dienstag hatte es zahlreiche Unwetterwarnungen gegeben, die sich auch bestätigten. Meteorologen hatten für manche Regionen in der Mitte Deutschlands Unwetter, Glatteis durch gefrierenden Regen und in den kühleren Gebieten teils starken Schneefall vorhergesagt. Besonders betroffen von der Unwetterlage ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Südhälfte des Landes. Für Teile von Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen und dem Saarland wurden Warnungen vor Unwetter oder gar extremem Unwetter ausgegeben.

Das Portal „Wetter.de“ warnte ebenfalls vor einer „intensiven Grenzwetterlage“ und schrieb zuletzt, dass spiegelglatte Straßen für die eine oder andere ungewollte Rutschpartie sorgten. Aktuell ist den Informationen zufolge das Tief „Gertrude“ im Anmarsch, nachdem uns Hoch Bonifaz zuvor teils ruhigeres Wetter beschert hatte. Dieses Tief beschere uns eine „erhebliche Gefahrenlage durch winterliche Unwetter“. Im Norden werde dabei kältere Luft dominieren, im Süden jedoch werde es wärmer. Da die Böden jedoch teils noch gefroren waren, bildete sich vielerorts Glatteis. Newsblog Extremwetter DREH 10.02

Beeinträchtigungen durch das Wetter im Bahn- und Flugverkehr, Schulen bleiben geschlossen

Die Deutsche Bahn ging davon aus, dass das extreme Wetter erhebliche Auswirkungen auf den Regional- und Fernverkehr haben werde, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. Fahrgäste, die eine am Mittwoch geplante Reise verschieben wollten, konnten ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. 

Auch der Flugverkehr war betroffen: Der Airport in München annullierte am Morgen wegen gefrierenden Regens und Glätte mehr als 250 Starts und Landungen von ursprünglich geplanten 650 Flugbewegungen. 

Eis und Schnee sorgten am Flughafen Frankfurt zunächst dafür, dass von 1047 geplanten Flügen bereits im Vorfeld 570 annulliert worden. Am Mittag musste Deutschlands größter Airport die Flugzeugstarts komplett einstellen. Wegen des anhaltenden Eisregens könnten die Maschinen vor dem Start nicht mehr sicher enteist werden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. 

Der Flughafen in Saarbrücken stellte am Morgen den Betrieb komplett ein, es fanden keine Starts und Landungen statt.

Darüber hinaus blieben in den besonders betroffenen Regionen, etwa im Saarland und in Bayern, am Mittwoch viele Schulen und Kitas geschlossen. Eltern sollten sich direkt informieren. 

In einem Video warnte der Wetterdienst DWD bereits am Dienstag eindringlich vor einer gefährlichen Lage mit Schnee und gefrierendem Regen. Die Meteorologen erwarteten, dass am Mittwoch quer durch Deutschland eine Luftmassengrenze verlaufe. Extremes Glatteis wurde dabei in Teilen des Saarlandes erwartet sowie in einigen Regionen von Rheinland-Pfalz, in Südhessen und Nordbayern. Denn dort regne es bei gleichzeitig negativen Temperaturen.

Auch weiter in Richtung Osten müsse mit schwierigen Wetterverhältnissen gerechnet werden, wenn sie auch nicht ganz so extrem ausfallen wie weiter westlich, hieß es in dem Video vom DWD weiter. 

In der Mitte Deutschlands können Schneemassen fallen

In einem Bereich, der die Eifel, Mittelhessen und Thüringen umfasst, soll es den Vorhersagen zufolge zudem kräftig schneien.

In den kommenden Tagen werde das Glatteis in vielen Gebieten in Deutschland voraussichtlich bleiben, schätzt der DWD, der für mehrere Kreise weitere Warnungen vor Glätte und Schneefällen herausgab, unter anderem für den Kreis Alzey-Worms in Hessen sowie die Bezirke Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg in Baden-Württemberg.

Da die Wettermodelle nicht stabil seien, werde dringend dazu geraten, sich über das aktuelle Wetter auf dem Laufenden zu halten, raten die Meteorologen.

Die untenstehenden Karten bilden das aktuelle Wettergeschehen ab, aktuelle Unwetterwarnugen vom DWD finden Sie hier.

Wetterkarte I: Regen, Hagel, Schnee: Aktuelle Niederschlagsarten in Deutschland

Die untenstehende Karte zeigt farblich unterscheidbar die aktuellen Niederschlagsarten. Abgebildet werden dabei Blitzeis, Graupel, Hagel, Regen, Schnee und Schneeregen. In Regionen mit Schneeregen kann es gefährlich glatt werden.

wetter_de niederschlag arten

Bereitgestellt wird die Karte vom Portal wetter.de, das wie der stern zu RTL Deutschland gehört. 

Wetterkarte II: Wo es gerade regnet oder schneit

Die untenstehende interaktive Karte zeigt, wo gerade Niederschlag fällt. Darüber hinaus kann man über den Zeitstrahl unten in der Grafik auch die Vorhersage für einen späteren Zeitpunkt abrufen. Oben rechts kann die dargestellte Ebene auch auf beispielsweise die Temperatur oder Wind umgestellt werden.

Windy-DE-REgen

Bereitgestellt wird der Service von Windy.com. Die Macher nutzen für ihre Darstellungen und Vorhersagen das Modell vom „Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage“.

Quellen: DWD, „Wetter.de„, Bahn.de„Aero Telegraph“ / mit Material von dpa

Bin ich verpflichtet, den Schnee vor meiner Haustür eigenständig wegzuschippen? Von wann bis wann müssen die Wege frei sein und womit darf man bei Glätte streuen? Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen im obenstehenden Video.