„Succession“, „The Bear“ und „Beef“ dominieren verschobene Emmy-Verleihung

Bei der 75. Verleihung der Emmy-Fernsehpreise haben die Serien „Succession“, „The Bear“ und „Beef“ die wichtigsten Preise abgeräumt. Die HBO-Produktion „Succession“ über eine mächtige und zerstrittene Medienfamilie wurde am Montagabend (Ortszeit) in Los Angeles zum dritten Mal zur besten Dramaserie gekürt, auch ihre Hauptdarsteller wurden ausgezeichnet. Die Emmy-Verleihung hatte eigentlich bereits im September stattfinden sollen, war wegen des monatelangen Streiks der Hollywood-Schauspieler und Drehbuchautoren aber verschoben worden.

Succession„-Schauspieler Kielan Culkin, der jüngere Bruder von Macaulay Culkin, gewann den Preis für den besten Hauptdarsteller einer Dramaserie. Beste Hauptdarstellerin in dieser Kategorie wurde Sarah Snook, ebenfalls von „Succession“, die die letzte Staffel trotz Schwangerschaft gedreht hatte. Matthew Macfadyen, der in der Serie ihren Mann spielt, bekam den Preis als bester Nebendarsteller.

Sowohl Snook als auch Culkin schwärmten in ihren Dankesreden von ihren Babys. „Ich will mehr“, sagte Culkin und fügte an seine Frau gewandt scherzhaft hinzu: „Du hast gesagt ‚vielleicht‘, wenn ich hier gewinne.“

„Succession“ holte auch die Preise für das beste Drehbuch und die beste Regie in ihrer Kategorie. Jesse Armstrong, von dem die Idee zu der Erfolgsserie stammt, sagte, es gehe darin auch darum, was passiert, wenn „parteiische Berichterstattung mit spalterischer rechtsgerichteter Politik verflochten“ werde. „Nach vier Staffeln der Satire ist das Problem aus meiner Sicht jetzt gelöst“, fügte Armstrong mit Blick auf den von Ex-Präsident Donald Trump dominierten Vorwahl-Auftakt in Iowa scherzhaft hinzu.

Die Serie „The Bear: King of the Kitchen“ über ein Chicagoer Restaurant in der Krise gewann in der Kategorie beste Comedyserie. Hinzu kamen Auszeichnungen für Allen White als bester Hauptdarsteller, Ebon Moss-Bachrach und Ayo Edebiri als beste Nebendarsteller sowie sowie für das beste Drehbuch und die beste Regie in der Kategorie Comedy.

Die Serie „Beef“ über einen eskalierenden Kleinkrieg nach einem Autounfall wurde als beste Miniserie und für die beste Regie und das beste Drehbuch in dieser Kategorie ausgezeichnet. Ihre Stars Ali Wong und Steven Yeun räumten zudem die Hauptdarsteller-Preise in der Kategorie Miniserie ab.

Die Emmys finden üblicherweise im September statt. Wegen des Streiks, bei dem die Schauspielerinnen und Schauspieler in Hollywood weder an Dreharbeiten teilnahmen noch auf dem Roten Teppich erschienen, wurde die Veranstaltung aber um vier Monate verschoben. 

Das hatte zur Folge, dass die Erstausstrahlung der ausgezeichneten Produktionen bereits bis zu 18 Monate zurücklag. Die nächste Emmy-Verleihung findet bereits im September statt, so dass es dieses Jahr zwei Emmy-Galas gibt.

Die Emmys sind für das Fernsehen, was die Oscars für das Kino sind. „Succession“ war für die vierte und letzte Staffel der Serie mit 27 Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. Ebenfalls mehr als 20 Nominierungen hatten die HBO-Videospiel-Adaption „The Last of Us“, die ebenfalls von HBO produzierte Gesellschaftssatire „The White Lotus“ und die Komödienserie „Ted Lasso“ von Apple TV+ vorzuweisen. 

Die 75. Ausgabe der wichtigsten US-Fernsehpreisverleihung war von nostalgischen Rückblicken auf beliebte Fernsehsendungen der Vergangenheit geprägt. Alt-Stars wie Harrison Ford und Joan Collins zeigten sich auf dem silbernen Teppich vor dem Peacock Theater im Zentrum von Los Angeles. 

Auf der Bühne wurden die Stars der Erfolgsserien „Ally McBeal“ und „Grey’s Anatomy“ wieder vereint. Während der Gala wurde auch an 2023 verstorbene Fernsehstars wie den Schauspieler und Sänger Harry Belafonte und „Friends“-Star Matthew Perry erinnert.