Abschied nach 19 Jahren: Sie wollte ihre Doktorarbeit beenden, doch dann kam die „Tagesschau“: Die Karriere von Judith Rakers

Judith Rakers macht Schluss: Nach 19 Jahren verlässt sie auf eigenen Wunsch die „Tagesschau“. Ende Januar wird sie ein letztes Mal als Sprecherin zu sehen sein. Ein Blick auf die Karriere und das Leben der 48-Jährigen.

Einmal kam sie angetrunken ins Studio. Sie hatte sich im Tag vertan und vergessen, dass sie Dienst als Nachrichtensprecherin im „Nachtmagazin“ hatte. Stattdessen saß Judith Rakers mit einer Freundin im Restaurant und trank „süße Plörre“. Als ihr Telefon klingelte, hieß es: „In neun Minuten ist die Sendung.“ Rakers setzte sich ins Auto und raste „leicht angeschickert“ ins NDR-Studio. Diese Anekdote erzählte die 48-Jährige 2021 in der BR-Sendung „Ringlstetter“. Die Zuschauer hätten Gott sei Dank nichts von ihrem Zustansd gemerkt, aber sie habe gedacht: ‚Das war’s jetzt. Du wirst unvorbereitet und lallend vor der Kamera stehen. Das ist das Ende von allem, was du dir aufgebaut hast‘, sagte Rakers.

Abgesehen von der ein oder anderen kleinen Panne – einmal las Rakers eine Meldung doppelt vor, ein anderes Mal die falsche, kürzlich musste sie aufgrund von Tonproblemen mit einem alten Kabelmikrofon durch die Sendung führen – verlief ihre Karriere bei der „Tagesschau“ makellos. Angefangen mit den stets perfekt frisierten, glänzenden Haaren. Als sie die im vergangenen Jahr abschnitt sorgte das fast für mehr Schlagzeilen als das Geschehen des Tages.

Um solche Dinge muss sich Rakers in Zukunft nicht mehr kümmern. Sie verlässt die „Tagesschau“ nach 19 Jahren – auf eigenen Wunsch. Es sei an der Zeit, „den Fokus in meinem Leben auf andere Projekte zu lenken, meine unternehmerische Tätigkeit weiter auszubauen und Neues anzupacken, für das neben dem Nachrichten-Schichtdienst bisher zu wenig Zeit war“, sagte Rakers. Am 31. Januar 2024 wird sie ein letztes Mal in der 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ zu sehen sein.