Gesellschaft: Greifswald zeigt nach Übergriffen Gesicht gegen Rassismus

Zuletzt gab es Berichte über Rassismus in Greifswald. Die Stadt mit Uni und Forschungseinrichtungen versteht sich eigentlich als offen für Menschen aus aller Welt. Das sollte eine Demo bekräftigen.

Auf dem Greifswalder Marktplatz haben rund 1200 Menschen angesichts jüngster Übergriffe in der Stadt gegen Rassismus demonstriert. Unter dem Motto „Gesicht zeigen – gegen Rassismus“ berichteten Greifswalderinnen und Greifswalder am Samstagnachmittag bei einer Kundgebung über ihre Erfahrungen im Alltag, ihre Arbeit, ihr Studium und ihr gesellschaftliches Engagement. Auch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) nahm per Videobotschaft teil.

Die Initiative war von der Universität Greifswald ausgegangen. Sie hatte kürzlich von rassistischen Angriffen auf internationale Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Mitarbeitende und Studierende berichtet.

Fassbinder hatte zudem auf einen Übergriff auf eine Familie mit zwei kleinen Kindern in ihrer Wohnung in der Innenstadt verwiesen. Laut Polizei waren Mitte November zwei Angreifer gewaltsam in die Wohnung eingedrungen. Eine 35-Jährige aus Jordanien und ein 34-jähriger Syrer seien verletzt worden. Zwei Tatverdächtige wurden demnach gefasst. Gegen sie werde ermittelt.

Die Veranstaltung soll der Auftakt einer breit angelegten Kampagne mit weiteren Programmpunkten sein. Zu den Bündnispartnern zählen Forschungseinrichtungen wie das Friedrich-Loeffler-Institut, aber auch die Sparkasse Vorpommern, das Pommersche Landesmuseum, Kirchen oder auch die weltweit agierende Greifswalder Pharmafirma Cheplapharm. Ein Sprecher der Uni sagte zu der Resonanz am Samstag: „Wir sind sehr zufrieden“.

Bündnis PM